| Silvina Buchbauer

KINOSTART »DIE UNSICHTBAREN«

| Silvina Buchbauer

KINOSTART »DIE UNSICHTBAREN«

Dienstag, Oktober 24, 2017

Max Mauff ist in einer Hauptrolle in »Die Unsichtbaren – wir wollen leben«, unter der Regie von Claus Räfle, zu sehen.

Silvina Buchbauer spielt in einem schönen Gastauftriff Frau Wehlen.

Szenenausschnitt mit Max Mauff in der Rolle Cioma Schönhaus:

MEHR ZUM FILM:

Unglaublich, aber wahr: Während des Zweiten Weltkriegs gelingt es einigen jungen Juden, in der Anonymität Berlins unsichtbar zu werden.

Berlin, 1943. Das Nazi-Regime hat die Reichshauptstadt offiziell für „judenrein“ erklärt. Doch einigen Juden gelingt tatsächlich das Undenkbare. Sie werden unsichtbar für die Behörden. Oft ist es pures Glück und ihre jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Nur wenige Vertraute wissen von ihrer wahren Identität. Da ist Cioma Schönhaus, der heimlich Pässe fälscht und so das Leben dutzender anderer Verfolgter zu retten versucht. Die junge Hanny Lévy blondiert sich die Haare, um als scheinbare Arierin unerkannt über den Ku’damm spazieren zu können. Eugen Friede verteilt nachts im Widerstand Flugblätter. Tagsüber versteckt er sich in der Uniform der Hitlerjugend und im Schoße einer deutschen Familie. Und schließlich ist da noch Ruth Gumpel, die als Kriegswitwe getarnt, NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen serviert. Sie alle kämpfen für ein Leben in Freiheit, ohne wirklich frei zu sein…

DIE UNSICHTBAREN ist ein außergewöhnliches Drama, dessen Drehbuch auf Interviews basiert, die Regisseur Claus Räfle und Ko-Autorin Alejandra López mit Zeitzeugen geführt und in ihren Film integriert haben. Sie erzählen die spannende und hoch emotionale Geschichte dieser wagemutigen Helden und widmen sich damit einem weitgehend unbekannten Kapitel des jüdischen Widerstands.

 

Rezension in der ZITTY

»Claus Räfle, eigentlich Dokumentarfilmer, schildert die dramatischen Geschichten von vier jungen Menschen, die damals „geflitzt“ sind. Dabei hat Räfle sich für die Hybridform der Dokufiktion, also die heikle Mischung aus (schon vor einigen Jahren geführten) Interviews und Spielfilmszenen entschieden. Die funktio­niert erstaunlich gut, sogar die wenigen Originalaufnahmen aus dem Berlin der Kriegsjahre tragen zu Authentizität und Unmittelbarkeit bei.

Die unglaublichen Erlebnisse von Hanni, Ruth, Cioma und Eugen, die sich in Kellern, Werkstätten, bei Freunden oder bei fremden Helfern verstecken, ­anderen ­Untergetauchten helfen oder gar im ­Widerstand aktiv sind, gehen direkt unter die Haut. Das illegale Leben in einem brutalen Überwachungsstaat wird – von einigen etwas hölzernen Sprechrollen abgesehen – unmittelbar nachfühlbar. Dass der Film mit seinen Protagonisten zugleich von den mutigen und selbstlosen Helfern erzählt, verleiht dem schrecklichen Geschehen einen Hauch von Versöhnlichkeit. 1.700 untergetauchte Juden haben in Berlin überlebt.« (von Gerald Jung)