Halima Ilter | Rainer Reiners

Hessischer Filmpreis für »FAMILIENZUWACHS«

Halima Ilter | Rainer Reiners

Hessischer Filmpreis für »FAMILIENZUWACHS«

Montag, Oktober 16th, 2017

Der Film »Familienzuwachs« mit Halima Ilter und Rainer Reiners hat in der Kategorie „Kurzfilm“, unter der Regie von Teresa Hoerl, gewonnen.

Alle Preisträger

„Familienzuwachs“ nimmt sich dem viel diskutierten Thema „Flüchtlinge“ an. Der Film schafft es, sich humorvoll, vielseitig und authentisch mit verschiedensten Perspektiven auseinander zu setzen.

Eine geflüchtete Familie zieht in das Haus des kinderlosen Ehepaares Renate und Manni. Auf dem hessischen Land sind sie gefangen im Alltagstrott und Manni wird von seiner Frau vor vollendete Tatsachen gestellt. Nach anfänglichen Missverständnissen gelingt zunehmend das Zusammenleben.

Das Drehbuch gibt den Figuren Raum, ihre Zuwendung und Sehnsüchte zeigen zu können. Wo man gerade noch vermuten könnte, der Humor stünde im Vordergrund, wird der Inhalt wieder schärfer und das Lachen bleibt einem im Halse stecken.

Tolles Schauspiel von allen Beteiligten, u.a. von Anke Sevenich, und eine herrlich authentische Ausstattung mit viel Lokalkolorit runden das gelungene Drehbuch der Regisseurin Teresa Hoerl ab.


Rainer Reiners

Rainer Reiners kam 1960 als jüngstes Kind auf einem kleinen Bauernhof in einem klitzekleinen Dorf in Schleswig-Holstein zur Welt, wo er seine Kindheit in unvorstellbarer Freiheit verbrachte. Mit 15 wurde er in die Pfalz zwangsumgesiedelt. Er wurde linksradikal, bekam lange Haare, lernte Gitarre spielen, schmiss die Schule und suchte sein Glück in so „proletarischen Berufen“ wie Bauarbeiter, Bergarbeiter oder Brauereifahrer.

Er fand es nicht. Nicht beruflich und auch sonst… So schrieb er unglückliche Liebeslieder und scheiterte knapp, zur deutschen Antwort auf Leonard Cohen zu werden. Dann wurde er Beleuchter. In dieser Eigenschaft lernte er das grandiose Einpersonenstück „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind kennen.

1985 fing er an, Werbung an der HdK Berlin zu studieren, in der Hoffnung, dort zur deutschen Antwort auf Woody Allen heranzureifen. Daneben brachte er den „Kontrabass“ auf die Bühne und wechselte danach in eine Ausbildung zum Schauspieler an der Etage, Berlin, die er 1990 mit der Bühnenreifeprüfung abschloss.

Seitdem wirkte Rainer an diversen Theaterbühnen und an vielen erfolgreichen deutschen und internationalen Kinoproduktionen, Fernsehfilmen und -serien mit.